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Geschichte

Geschichte

 

Das Gebiet um Jois ist uraltes Siedlungsgebiet. Funde aus nahezu allen Epochen der Ur- und Frühgeschichte bezeugen dies.

Erstmals urkundlich als „Nulos“ erwähnt wird es im Jahre 1209. In der Folge scheint es in Urkunden in ungarischer Form als Newlas, Nyulas, Niulas auf, in deutscher Form als Geuss, Gews, Goiß, Geoys, Jews, Juws. Seit der Zugehörigkeit des Burgenlandes zu Österreich (1921) ist der amtliche Name JOIS. Jois hat schon im Mittelalter das Marktrecht erhalten. Auch die Pfarre gibt es seit damals. Die romanische Kirche wurde im 2. Viertel des 13. Jahrhunderts errichtet.

 

Jois war wie Neusiedl am See. bis 1848 ein Teil der Herrschaft Ungarisch Altenburg. Die jeweiligen Besitzer bzw. Pfandinhaber dieser Herrschaft waren die Grundherren. Die Lehenbauern mussten dem Grundherrn das Neuntel und dem Raaber Bischof den Zehent abliefern. Die königliche Herrschaft Ungarisch Altenburg und somit auch Jois wurde im Jahre 1758 von Kaiser Franz I. Stephan gekauft und ging so in den Privatbesitz der Habsburger über.

Im Jahre 1848 endete der Feudalismus. Und damit wurden die Lehenbauern zu freien Bauern ihrer Häuser und des Grundbesitzes.

Seit der ersten Nennung bis heute prägt der Weinbau den Ort.

Im Jahre 1921 kam Jois nach 800-jähriger Zugehörigkeit zu Ungarn mit dem übrigen Burgenland zu Österreich. Es gehört seit damals zum Verwaltungsbezirk Neusiedl a. S.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte Jois (wie die übrigen Gemeinden) einen wirtschaftlichen Aufschwung, der auch das Aussehen des Ortes und die Infrastruktur verändert hat.

Mit der Schaffung des Yachthafens (1979 - 1981) wollte die Gemeinde Jois auch am Kuchen des Fremdenverkehrs mitnaschen.

Erst in jüngster Zeit wurden in Jois zwei Industriebetriebe angesiedelt.

Nur ein kleiner Teil der Bevölkerung ist im eigenen Ort beschäftigt, vor allem die Landwirte und Weinbauern. Der größte Teil der arbeitsfähigen Joiser pendelt als Arbeiter, Angestellte und Beamte aus.

 

 

Pfarrkirche

Die barocke Pfarrkirche wurde 1757 nach den Plänen von Johann Georg Wimpassinger errichtet und in den folgenden Jahren ausgestattet. Die Seitenaltäre bzw. deren Figuren, die Kanzel und David mit den beiden Engel auf dem Orgelgehäuse werden dem bekannten Bildhauer Martin Vögerl zugeschrieben.

Den Michael-Altar auf der linken Seite stiftete Frau Euphrosina Peter im Jahre 1767.

Der barocke Hochaltar, der ursprünglich die Michaelskirche in Ödenburg zierte, kam erst im Jahre 1865 in diese Kirche.

Die Decken- und Wandmalereien stammen vom bekannten Maler Johann Gfall.

 

Herz-Jesu-Kirche

Im Jahre 1899 wurde mit dem Bau der Herz-Jesu-Kirche begonnen, wobei man auf die Grundmauern des alten Schüttkastens aufbaute. Im Jahr darauf war der Rohbau in Neo-romanischem Stil fertig gestellt. Die Pläne stammten vom Wiener Stadtbaumeister Ludwig Zatzka. Da dann das Geld ausgegangen war, wurde der Bau eingestellt und blieb als Rohbau stehen.

Im Jahre 1933 beabsichtigte man, einen Umbau vorzunehmen und als Kapelle fertig zu stellen.

Pfarrer Andreas Strobl hatte 1935 dann die Idee, die Kirchenruine als eine Dollfuß-Gedächtniskirche um- und fertig zu bauen. Diese Idee wurde sowohl von der damaligen Kirchenleitung als auch von der Burgenländischen Landesregierung nicht nur gut geheißen, sondern auch finanziell unterstützt. Mit der Planung wurde der Wiener Dombaumeister Univ.-Prof. Karl Holey beauftragt.

 

 

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